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Die Geschichte des Architekten


Destructas Schatten


Meine Geschichte spielt im Jahr 45 vor dem Sturz der Grox (v.S.G). Ich war damals mit dem vielleicht größten Projekt beschäftigt, dass in der gesamten Galaxis jemals begonnen wurde: Ich war der Chefbeauftragte des Wurmloch-Kennnummern-Projekts, das damals öffentlich Projekt zur Eröffnung Einfacher Transportwege genannt wurde.
Wie der Name schon sagt, waren wir damit beschäftigt, alle Wurmlöcher der Galaxis zu kennzeichnen. Die Idee kam uns, als die Grox uns durch die Verwendung von Wurmlöchern aus dem Hinterhalt angriffen, was uns die Idee lieferte, diese zu Transportzwecken zu verwenden. Wir bauten eine große Flotte einfacher Erkundungsraumschiffe, die aufzeichnen sollten, welche Wurmlöcher wohin führten. Diese Aufzeichnungen wollten wir verwenden, um schnelle Reisen zwischen weit entfernten Sternen zu ermöglichen.

Doch, wie sollte es anders sein, kam etwas dazwischen.
Zunächst einmal führten uns einige Wurmlöcher in Regionen, die uns völlig unbekannt waren. Eine dieser Regionen lag weit außerhalb unserer Galaxie. Diese ganze Galaxie wurde von einer einzigen Spezies beherrscht: Den Scrallyons, die hier in dieser Galaxie als Destructaner bekannt sind.

Aber ich denke, ich sollte noch einmal ganz von vorne anfangen: Ich war damals etwa 90 Standardjahre alt, was etwa 40 Standardleben entspricht.
Mein Vater war ein einflussreicher Politiker, der es mir ermöglicht hatte, meinen Traum zu verwirklichen, und Architekt zu werden. Da ich meine Sache gut machte, wurde ich schnell befördert und gelangte so zum Wurmloch-Projekt, wo meine Geschichte beginnt:


"Ich habe gerade einen Funkspruch erhalten: Laut aktuellen Schätzungen haben wir etwa 2/3 aller Wurmlöcher erkundet.", erklärte mir mein Freund Joch, der mir mit seinen astrologischen Kenntnissen half die Wurmlöcher zu kennzeichnen.
"Ich habe etwa 30 Parsec von hier ein weiteres Loch entdeckt! Es ist gigantisch. Wer weiß, wohin es führt.", meinte ich zu ihm.
"Wollen wir mal hoffen, wir gelangen nicht direkt ins Reich der Grox und werden getötet."
Das Risiko müssen wir eingehen, wenn wir berühmt werden wollen!", erwiderte ich auf diesen Kommentar.
Kurz darauf waren wir dort. Unser Pilot, ein Torempel namens Tamro, fragte uns noch einmal, ob wir durch dieses Wurmloch fliegen wollten. Wir ließen uns nicht davon abschrecken, dass es etwa dreimal so groß war ein normales und bestätigten den Befehl. Soweit ich mich erinnere, war der Flug durch das Loch nicht so holprig wie normalerweise, dafür dauerte sie jedoch eine Ewigkeit.
"Oh mann, wohin führt uns das wohl?", fragte mich Joch nach einer halben Stunde Flug.
Ich zuckte mit den Schultern und meinte nur: "Hauptsache, wir haben es entdeckt!"
Damit war das Gespräch beendet und Tamro schlug vor, wir sollen noch etwas schlafen. Er wollte uns informieren, sollten wir endlich ankommen. Wir gingen in unsere Schlafkabinen, die seltsamerweise hinter dem Maschinenraum lagen, sodass man diesen passieren musste um sie zu erreichen.


Etwa fünf Stunden Bordzeit später wachten wir auf und stellten fest, dass die kleinen Erschütterungen, die das Schiff während des Fluges immer wieder erfasst hatten, nicht mehr da waren. Wir mussten also angekommen sein.
Ich weiß nicht mehr, ob wir uns fragten, warum Tamro uns nicht geweckt hatte, aber als wir die Kabine verließen, stellten sich uns noch mehr Fragen.: Der Motor war komplett zerstört und sah so aus, als wäre er ein von starken Tieren zerfetztes Aas. Als wir das Cockpit betraten, hatten sich die Fragen allesamt erledigt. zuerst sahen wir nur eine dunkelrote Flüssigkeit, die die Wände bedeckte. Da wir beide als Larotien blaues Blut hatten, dauerte es einen Moment, bis uns auffiel, dass es sich bei der Masse um das Blut unseres Piloten handelte, der tot in seinem Sitz saß und uns mit leeren Augen anblickte, als wir den Stuhl umdrehten.
Und dann sahen wir die Verursacher dieser Taten: Eine Flotte aus mindestens 500 Schiffen einer uns unbekannten Bauart belagerte das Schiff! "Was ist das für ein Pfeifen?", fragte Joch mich. Ohne meine Antwort abzuwarte, ging er langsam auf die Steuerungskonsole des Schiffes zu, wo er dann stehenblieb, und etwas aufhob, das dort lag.
"OK, jetzt keine Panik, aber, das ist eine Bombe!", erklärte Joch mir langsam, "Wir bringen sie in eine der Fluchtkapseln und jagen sie ins All. Laut Zeitzünder haben wir dazu noch 1:30 min."
Einen kurzen Panikanfall unterdrückend nickte nicht und wir liefen zu den Fluchtkapseln. Nachdem wir die Bombe in eine von ihnen gepackt hatten, schossen wir diese ins All, wo sie einige Zeit danach explodierte.
Während der Explosion fiel mir etwas ein: "Verd*mmt, die wollten alle an Bord umbringen, wie sie es bei Tamro gemacht haben. Jetzt wissen sie, dass hier noch jemand lebt, also werden sie uns auch umbringen wollen.
In genau diesem Moment ging bei uns ein Funkspruch ein. Wir nahmen ihn mit schlechtem Gefühl an und erblickten ein graues Holo, was aufgrund der Hegemonie-Norm blauer Holos natürlich seltsam war, einer riesigen mit Stacheln gepanzerten Schlange, die uns mit undefinierbarem Dialekt fragte: "Was seid ihr? Woher stammt ihr?"
"Wir sind Larotien und kommen vom Planeten Guriut im Frozzy-System."
Die Schlange, ein Scrallyon, wie wir heute wissen, schien kurz die Suchfunktion eines Computers oder ähnlichem zu aktivieren und sagte danach etwas, das wie eine andere Sprache klang, woraufhin die Waffen aller Schiffe im Umkreis auf uns gerichtet wurden.
"Im gesamten Reich existiert kein solcher Planet.", erklärte der Scrallyon, "Woher kommt ihr wirklich?"
"Welches Reich? Die Hegemonie?", wollte ich von ihm wissen.
"Unser Reich!", erwiderte die Schlange.
"Ich glaube wir sind in Regionen gelandet, die die Hegemonie noch nicht erreicht hat.", flüsterte Joch mir zu.
"Ich glaub' auch...", erwiderte ich.
"Woher kommt ihr?", fragte der Scrallyon erneut, diesmal jedoch noch ernster und aggressiver als vorher.
"Haben wir doch gesagt!", erwiderte ich ihm.
Der Scrallyon nickte einmal und plötzlich brach die Holo-Übertragung ab und die Schiffe feuerten aus allen Rohren auf unsere Fähre.
Joch sprang ans Steuer und legte ein waghalsiges Landemanöver ein. Nachdem ich mir den Kopf an der Rückwand des Cockpits gestoßen hatte, sprang das Schiff sofort auf maximale Geschwindigkeit. Noch bevor die Scrallyons reagieren konnten waren wir außer Feuerreichweite.
Das einzige Problem, das wir jetzt noch hatten war, dass unser Sprit so gut wie alle war. Also mussten wir auf irgendeinem Planeten notlanden und nachtanken...


"Ääähm, Pauto? Könntest du mal kurz kommen?", fragte mich Joch, nachdem wir einige Minuten geflogen waren.
Ich ignorierte meine Kopfschmerzen und ging zu ihm hinüber.
"Was ist denn?", fragte ich ihn.
"Laut SETI-Signal gehören alle Sterne, die wir bis jetzt passiert haben diesen... Schlangen! Und das waren grob überschlagen 370 Systeme! So viele gehören nicht mal zur Hegemonie!"
"Verdammt, und wo können wir landen?", wollte ich nun wissen.
"Keine Ah... Moment mal, da hinten verändern sich die Signale! Es scheint, dass dort eine andere Spezies lebt. Wir sollten versuchen diesen gelben Stern dort anzusteuern."


Kurz darauf landeten wir dort und erlebten eine Überraschung: Niemand war am Raumhafen, niemand war in der Stadt zu sehen.
"Ich glaube, dieser Planet ist von den Schlangen überfallen worden. Und sie haben alle Bewohner getötet!", teilte ich Joch meine Meinung mit.
Plötzlich entdeckte ich jedoch eine Regung innerhalb eines eingestürtzten Gebäudes. Schnell rannten Joch und ich dorthin. Wir räumten einige Trümmer beiseite, die bei die meisten Spezies schon Muskelschmerzen verursacht hätten, wenn diese sie nur angesehen hätten. Darunter kam eine junge Frau hervor, an deren Speziesnamen ich mich nicht mehr erinnern kann. Ihre Name war Jeera. Mir ist sofort aufgefallen, dass Joch sie zu... mögen schien, was ich aufgrund unserer kurzen Bekanntschaft mit ihr für übertrieben hielt, doch ich war froh, dass wir jemanden gefunden hatten, der uns eventuell sagen konnte, wo wir hier waren, und wer diese Schlangen waren, die uns beinahe getötet hatten.
Joch beugte sich zu Jeera hinunter und half ihr auf. Etwas ängstlich sah sie uns an.
"Wer seid ihr?", wollte sie wissen, und wir antworteten ihr. Nun waren wir an der Reihe zu fragen.
"Wo sind wir hier, und wer sind diese Schlangen, die die gesamte Umgebung von mindesten 300 Parsec von hier beherrschen?", fragte ich Jeera.
"Da- das wisst ihr nicht? Von wo kommt ihr denn? Das sind die Scrallyons. Sie beherrschen die gesamte Galaxis!", antwortete die rothäutige junge Frau.
Joch nickte und meinte dann: "Entweder sie irrt sich, oder, was ich inzwischen fast wahrscheinlicher finde: Wir sind durch dieses Wurmloch in eine andere Galaxis geraten!"
Auf einmal horchte Jeera auf. "Ihr kommt aus einer anderen Galaxis? Könnt ihr mich vielleicht mitnehmen, wenn ihr zurückgeht?", fragte sie hofnungsvoll.
Ich wollte gerade verneinen, da es zu gefährlich war, doch Joch nickte ihr zu und symbolisierte ihr so, dass sie mitkommen durfte.
Ich zuckte mit den Schultern, da ich keine Lust auf einen Streit mit Joch hatte und damit waren wir jetzt eine dreiköpfige Gruppe, die irgendwo Sprit auftreiben musste... Oder wir würden für immer hier gefangen sein.
Nachdem wir uns also gegenseitig vorgestellt hatten, mussten wir jetzt wissen, wie wir von hier wegkamen.
"In der Lagerhalle des Raumhafens müsste Sprit sein. Natürlich weiß ich nicht, ob er für euer Schiff zugelassen ist.", erklärte Jeera uns.
Ich nickte ihr zu und wandte mich dann an Joch: "Woher wollen wir wissen, ob wir ihr trauen können? Immerhin kennen wir sie erst seit vielleicht fünf Minuten!"
"Ich vertraue ihr!", antwortete Joch und beendete damit das Gespräch.
Einige Minuten erreichten wir den Raumhafen, der zu unserer Überraschung plötzlich von Scrallyons belagert wurde.


"Verdammt, was machen die Viecher hier?", flüsterte Joch mir fragend zu. Ich zuckte mit den Schultern und ging dann auf die schwarzen, schlangenähnlichen Angreifer dieses Planeten zu und wollte mit ihnen reden, als auf einmal alle Waffen auf mich gerichtet wurden.
"Noch ein Schritt und du bist tot!", keifte mich einer von ihnen an, der aufgrund einiger zusätzlicher Markierungen an de Rüstung der Anführer der Gruppe zu sein schien.
Mit erhobenen Händen ging ich einige Schritte zurück und begann dann zu sprechen.
"Wir sind nur einfache Reisende, die sich verirrt haben. Lassen Sie uns durch das schwarze Loch zurück, aus dem wir gekommen sind, und wir sorgen dafür, dass niemand mehr in euer Reich eindringt!"
"Ihr seid uns egal.", erwiderte der Anführer, "Ihr könnt gehen!"
"Das ist eine Falle", meinte Joch, "was machen wir jetzt?"
"Darauf eingehen?", fragte ich ihn, "Wir haben keine andere Wahl!"
"Die Hegemonie wird die Scrallyons vernichten, sollten sie uns folgen!", erklärte Joch, also nickten wir, doch dann bemerkte ich, dass sich die Waffen verlagert hatten. Dass sie jetzt nicht mehr auf mich, sondern auf die völlig verstört aussehende Jeera zeigten.
"Allerdings müsst ihr sie ausliefern. Sie hat unser Reich angegriffen, also mussten wir ihre Spezies auslöschen, allerdings hat sie überlebt. Das können wir nicht zulassen..."
"Niemals!", erklärte Joch, worauf zwei der Scrallyons ihre Waffen auf ihn richteten.
"Wir werden sie mitnehmen. Egal was ihr sagt.", meinte der Anführer und plötzlich erschien aus dem Schiff über ihnen, das noch keiner der Gruppe bemerkt hatte ein Traktorstrahl, der Jeera mit sich zog. Als sie in dem Schiff verschwunden war, ließen sich auch die Scrallyons von dem Schiff einsammeln und starteten in den Hyperraum.
"verd*mmt!", rief Joch wütend, "Wir werden sie befreien!"
"Und wie soll das bitte gehen? Die Scrallyons beherrschen hunderte Systeme und höchstwahrscheinlich auch dementsprechend viele Krieger.", erklärte ich ihm, "Wir haben einen astrologischen Erkundungskreuzer und zwei Zivilisten: Einen Astrologen und einen Architekten! Also, wenn du einen Plan hast, dann verrat' ihn mir bitte!"
"Wir schleichen uns in ihr Reich und holen nur schnell Jeera aus ihrer Gewalt. Dann hauen wir wieder ab, ohne anzugreifen."
"Vergiss es! Das einzige, was wir machen können, ist wieder in die Hegemonie zurückzukehren und alles, außer unsere eigenen Angelegenheiten zu vergessen. Immerhin ist das nicht unsere Galaxis!"
"Jeera ist meine Angelegenheit!", schrie Joch mich nun an, und, um einen Streit zu vermeiden nickte ich und sagte: "Wir versuchen sie freizukaufen und versprechen, dass sie dem Scrallyon-Reich nie wieder Schaden zufügen wird! Das ist unsere einzige Option!"
Joch nickte und wir beendeten die Diskussion. Die nächsten Stunden verbrachten wir damit, aus allen Häusern, die hier standen alles Geld zusammenzuklauben, dass wir finden konnten.
Als die Dämmerung kam, trafen wir uns bei unserem Schiff, das ich inzwischen vollgetankt hatte, und zählten unsere "Ersparnisse".
"Fünf Millionen Spodos! Das dürfte für eine Gefangene reichen!", erklärte ich Joch, nachdem ich alles gezählt hatte.
Ohne weitere Diskussionen stiegen wir ins Schiff und flogen zum nächsten Scrallyon-Planeten, der laut SETI-Kennung Grunch hieß."
Ein graues Holo tauchte vor uns auf. Ein Scrallyon, was sonst.
"Sie sind in Militärgebiet eingedrungen. Sämtliche Geschütze unseres Planeten sind auf Sie gerichtet!", erklärte der Scrallyon.
"Kein schöner Empfang, wenn man bedenkt, dass wir dem Reich Fünf Millionen Spodos schenken wollen!", meinte ich zu Joch.
"Unbeeindruckt erwiderte der Scrallyon: "Schickt das Geld per Farcaster runter.", befahl er uns.
"So dumm sind wir nicht! Wir wollen natürlich eine Gegenleistung!", antwortete diesmal Joch.
"Das-Einzig-Mächtige-Reich hat es nicht nötig zu verhandeln!", erklärte der Scrallyon.
"Das ist ein einmaliges Angebot: Fünf Mille gegen eine Gefangene!", antwortete Joch hektisch, bevor ich überhaupt bemerkt hatte, dass der Scrallyon kurz davor war, das Gespräch zu beenden.
"Um wen handelt es sich?", fragte der Scrallyon nun doch etwas interessiert.
"Schwer zu sagen... Wir wissen nur, dass sie Jeera heißt und vor einigen Stunden auf einem Planeten namens D-3 festgenommen wurde.", versuchte ich sie zu personifizieren.
Wortlos durchsuchte der Scrallyon seine Computerdaten. "In meinem System gibt es keine Jeera. Vermutlich seid ihr im falschen System!", erklärte er uns dann, "Ich werde die Zentrale auf Greed informieren."
Dann beendete er das Gespräch und es erschien das typische blaue Symbol eines jungen Dekaruut-Mädchens, das uns erklärte "Ihr Gespräch wurde in die Warteschleife gesetzt. Bitte bleiben sie auf Empfang und verlassen sie das System nicht."
"Ich weiß ja nicht, ob das so erfolgreich verlaufen ist.", zweifelte Joch.
"Wir müssen einfach war...", begann ich und wurde von der plötzlichen Gesprächsaufnahme des Scrallyon überrascht: "Wir halten die Sceyerin im Greed-System fest. Die dortigen Behörden sind mit einem Freikauf einverstanden. Ihr solltet euch schnell dort melden."
Das Gespräch endete und wir empfingen eine Sternenkarte, die uns den Weg nach Greed zeigte.
"Na dann los!", sagte ich und startete das Schiff.


Einige Zeit später kamen wir auf Greed an. Es war der einzige Planet im System des roten Sterns Kali. Wie wir mitkriegten handelte es sich dabei um eine Regierungswelt, auf der die ganzen bürokratischen Vorgänge geleitet wurden, die zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Scrallyon-Reich notwendig waren.
Wir landeten auf dem gigantischen Raumhafen, der etwa fünfhundert Meter über dem Boden gebaut war und über hunderte kleiner Brücken mit dem Boden verbunden war.
Als wir ausstiegen wurden wir sofort von hunderten Scrallyons umlagert, die alle mit Todesstrahlern auf uns zielten.
Diese Waffen waren verdammt fies. Einmal davon getroffen war man sofort tot. Es gab keine Einrittswunde und keine Verletzung, die den Tod verursachen würde. Man fiel einfach tot um.
Zwei Scrallyons zerrten die zappelnde und übel zugerichtete Jeera hinter sich her.
"Jeera!", rief Joch, worauf sie sich dem Raumschiff zuwendete und Joch und mich entdeckte.
"Joch!", antwortete sie und riss sich von den Scrallyons los. Obwohl etwa die Hälfte aller Todesstrahler auf sie gerichtet wurde, hielt sie doch keiner auf, als sie zu uns rannte und Jochs Arme sie umschlossen.
"Gebt uns das Geld und verschwindet!", befahl ein Scrallyon und ich entdeckte, dass es sich bei ihm um den Anführer der Gruppe handelte, der Jeera gefangen genommen hatte. Er schien nicht gerade erfreut zu sein, dass Jeera nun wieder freikam.
Ich warf ihm den Beutel mit dem Geld zu, er zählte schnell und erlaubte uns mit einem Nicken zu starten.
Bevor sie es sich anders überlegten, flogen wir los und befanden uns nun wieder außerhalb des Systems und mussten erneut Sprit auftreiben, bevor wir uns auf die Suche nach dem Schwarzen Loch machen konnten, durch das wir gekommen waren.


"Glaubt ihr, die Scrallyons verkaufen uns Sprit?", fragte ich.
"Wahrscheinlich nicht...", antwortete Jeera, die die Ironie in meiner Stimme anscheinend nicht gehört hatte.
Ich ignorierte das und wollte als nächstes wissen, wo wir dann welchen auftreiben konnten.
"Wir könnten ihn stehlen.", schlug Jeera vor, "Auf T-Z-F lagern tausende Liter und die Scrallyons lassen ihn kaum bewachen."
"Du willst von den Scrallyons etwas stehlen?", fragte ich Jeera entgeistert.
"Wir tun es!", antwortete Joch bestimmt.
Ich zuckte mit den Schultern und verzog mich aus dem Cockpit.
Ich weiß noch, dass Jeera irgendetwas zu Joch gesagt hatte, dass mich darüber nachdenken ließ, dass es ein Wunder sei, wie schnell die beiden sich gefunden hatten.
Verdammt, hätte ich Jeeras Motiv doch früher durchschaut...


Einige Zeit später landeten wir auf T-Z-F und verließen das Schiff. Seltsamerweise wurden wir beim Anflug nicht einmal kontrolliert. Auch das hätte mich stutzig machen müssen.
In der Halle, in der wir ankamen, war kein Benzin zu sehen, also verließen wir sie und schritten durch eine Tür. Der Raum, in dem wir ankamen war vollgestopft mit riesigen Tonnen, die etwa 3 Meter hoch waren und einen Durchmesser von etwa 2,5 Metern hatten.
"Ist da das Benzin drin?", wollte ich von Jeera wissen.
Sie ging einige Meter voraus und grif nach etwas, das hinter den Kanistern verborgen lag. Erst als sie es dort herauszog, erkannte ich, was es war: Eine Waffe!
Sie war dunkelgrau und so groß und schwer, dass Jeera beide Hände verwenden musste, um sie zu tragen. Zum Zielen waren vorne an der Waffe vier blaue Laser angebracht, die auf Jochs Brust gerichtet waren.


Jeera pfiff einmal und auf einmal krochen aus allen Winkeln des Raumes insektenartige Viecher hervor, die mit ihren Mündern gierig klapperten. Jeera betätigte den Abzug ihrer Waffe, und vorne am Lauf der Waffe sammelte sich gelbes Licht, das schließlich rot wurde.
Dann ließ Jeera den Abzug los und eine Art rote Energiekugel schoss aus der Waffe auf Joch zu und legte sich wie ein Netz auf seinen Körper und sein Gesicht.
Ich zog den Energiestrahler aus meiner Tasche, den ich gefunden hatte und zielte damit auf Jeera, konnte jedoch nicht abdrücken, da diese Insektenviecher mich angesprungen hatten.
Jeera ging nun zu Joch und erklärte ihm: "Diese Waffe wurde extra für mich entwickelt. Ich nenne sie Sonne. Warum dürftest du ja inzwischen verstehen!" Sie lächelte ihn einmal an "Na ja, und sonst wirst du es spätestens erfahren, wenn du erstmal gargekocht bist!"
Die Insekten hatten mir inzwischen Fesseln angelegt und zerrten mich aus dem Raum. Für Joch konnte ich nichts tun...


Etwa eine halbe Stunde später kam eines von diesen Insektenviechern in meine Zelle und befahl mir mitzukommen. An seinem Gürtel hing eine große Waffe, die wie Jeeras Sonne aussah. Allerdings konnte ich einige Unterschiede ausmachen: Während Jeeras Waffe glänzend schwarz war, war diese hier in ein grau getaucht, das sie unauffälliger aussehen ließ. Außerdem waren der Lauf, sowie das Munitionslager anders verarbeitet.
Ich verneinte seine Aufforderung, worauf er die Waffe vom Gürtel nahm und auf meine Brust richtete. Ich überprüfte kurz, ob hinter ihm noch weitere Wachen standen und rollte mich dann auf ihn zu. Als er realisiert hatte, was ich vorhatte, war es schon zu spät: Ich schlug ihm mit der geballten Faust ins Gesicht, worauf er bewusstlos umfiel. Ich nahm mir seine Waffe und den Zellenschlüssel. Dann sperrte ich ihn in meiner Zelle ein und rannte mit gezogener Waffe durch die Korridore der Bodenstation, bis ich den Hangar erreichte, in dem Joch, Jeera und ich angekommen waren.
Am Ende der Halle sah ich, wie Jeera gerade ihr Raumschiff betrat, einen glänzend schwarzen Jäger der D4-Klasse, an dem allerdings einige Modifikationen vorgenommen worden waren.

Außerdem sah ich, dass Jeera sich umgezogen hatte: Statt der hellgrauen Leinen, die sie bei unserer Ankunft getragen hatte, trug sie nun eine Kopfgeldjägeruniform in etwa dem gleichen Schwarz, das auch ihr Schiff war. Außerdem hatte sie ihre schwarzen Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden, sodass sie sie nicht mehr behinderten.
Insgesamt war Jeera also von einer normalen Bürgerin zur professionellen Kopfgeldjägerin geworden.


Ich hob meine Waffe und feuerte auf Jeera, die allerdings geschickt auswich und ihre Sonne zog. Sie feuerte mehrere Male auf mich, wobei sie mit dem dritten oder vierten Schuss meine Waffe traf. Diese zerbarst aufgrund der extremen Energie, die sie traf. Jeera feuerte noch einmal, doch ich wich aus. Dann betätigte sie erneut den Abzug, doch nichts kam heraus: Ihre Munition war alle. Ich rannte inzwischen auf sie zu, fest entschlossen Joch zu rächen, doch Jeera sprang geschickt in ihr Schiff, was sofort die Luke schloss und losflog.
„Verdammt!“, murmelte ich. Dann drehte ich mich um und machte mich daran, mein Schiff wieder aufzutanken und flog dann los.


Nun, danach passierte eigentlich nichts spannendes mehr: Ich fand das Schwarze Loch, durch das ich gekommen war und flog wieder in diese Galaxie zurück. Und dabei haben mich die Scrallyons verfolgt und einen Ableger ihrer Spezies, den wir als „Destructaner“ kennen in dieses Universum auf den Planeten Destructa gesetzt, der nun fast die gesamte Galaxie beherrscht.

Und da ich dafür verantwortlich bin, ist es auch meine Pflicht, sie zu vernichten! Deshalb habe ich mich dieser Gruppe hier angeschlossen!



Wird hier fortgesetzt!