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Der Wald
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Keif wachte dadurch auf, dass irgendetwas, dass außen vor der Höhle war, laut fiepte und kreischte. Immer noch halb im Schlaf, stieg er aus seinem provisorischem Bett, nahm seinen Jagdspeer, den er sich geschnitzt hatte, und lief nach draußen. Im Netz, wo der tote Kraff hing, hatte sich ein Kogto-Vogel verheddert und schrie nun, flatterte mit den Flügeln und verhedderte sich immer mehr. Keif nahm seinen Speer noch fester in die Hand und erstach die Kreatur.

Als Shavla aufwachte, nagten Keif und Orton bereits an den letzten Knochen. Doch sie wurde nicht vergessen, denn vor ihrem Bett stand ein Schüssel Früchte, in die sie fast hineingetreten wäre. Sie aß begierig davon. Dann setzte sie sich mit dem letzten Inhalt zu den anderen beiden.

„Guten Morgen.“ begrüßte sie Keif. Sie erwiderte es und aß weiter ihr Frühstück.

Gegen Mittag packte Keif dann seine Sachen zusammen. Er hatte beschlossen aufzubrechen, da sie endlich wieder etwas richtiges zu Essen brauchten, und außerdem ihre Mission erfüllen mussten. Also machten sie sich wieder auf den Weg. Zuerst liefen sie noch einmal zur Absturzstelle, um noch mal nachzusehen, ob etwas nützliches in den Trümmern läge. Sie klaubten ein Notseil, fünf Überlebenspacks, die für die mittlerweile Toten eingepackt wurden, einen kleinen Haufen Batterien und fünf Blaster aus dem Wrack.

Mit spitzen Steinen schlugen sie dann Metallteile vom Raumschiff ab, um sich mitsamt den Rädern einen kleinen Wagen zu bauen. Nun hackten sie mit Schrauben und anderen Sachen weiter Teile des Schiffes ab, bis sie eine Menge Kabel und Metallteile auf dem Wagen lagen. Der ausgeschlachtete Rest lag nun im Wald, und dort ließen sie ihn auch liegen. Immer abwechselnd zogen sie nun den Wagen.

„Keif, warum tragen wir eigentlich all diesen Schrott mit?“ fragte Shavla. „Damit wir ihn vielleicht wiederverkaufen können. Die Kraff sagten mir, das hier ein freundlicher, etwas älterer Clures wohnt, der eine Werkstatt für Raumschiffe hat. Fragen wir da einmal, vielleicht bekommen wir ja ein Fahrzeug.“ antwortete er.

Nach einem ziemlich langen Weg, der bis zum frühen Abend dauerte und tausenden umgetrampelten Pflanzen, sahen sie zwischen den Bäumen ein Haus stehen. Es war an eine alte Tanne angebaut, und die grün-braune Farbe des Haus war bereits verblichen und zum waldigen grün der Umgebung angeglichen. Efeu rankte sich von der einen Seite an dem Haus empor und verdeckte ein Fenster. Ein Baum, der schon von Moos überwachsen war, lag auf dem Dach des Hauses. Scheinbar war er einmal vom Blitz getroffen worden denn sein Stamm war gespalten. Nun lag er wie ein riesiger Finger auf dem Dach, das durch den Aufschlag eingedellt worden war. An der Wohnung war ein neus Schild aus Holz angebracht, dass die Aufschrift „Baumbude“ trug. „Die Clures und ihre komischen Namen“ sagte sich Keif und steuerte auf eine kleine Hütte zu, die im Schatten eines Baumes stand und in der Licht brannte.

Er klopfte an. Es rumpelte, schepperte und polterte, als die Tür geöffnet wurde. Ein Clures sah ihn durch seine großen Augen an, lächelte dann mit dem typischen Ungulot-Grinsen und fragte: „Bis du dieses Glubut, von dem mir diese Kraff erzählten?“ „Ja.“ antwortete Keif. „Gut!“ erwiderte der Clures und ging mit Keif hinein.

„Ähm, Clures...“ „Nenn mich doch Ridor.“ „...OK, Ridor, ähm, eine Freundin von mir wartet das draußen. Denn mein Schiff ist abgestürzt, zerdeppert und wir haben ein bisschen Schrott mitgebracht. Könntest du es inspizieren und uns einen Preis nennen? Oder ein neues Schiff bauen?“ „Ich komm erst mal mit uns sehe es mir an.“

Ridor und Keif liefen nun wieder heraus, wo Shavla ein wenig grimmig dastand und sie ansah. Keif nahm den Wagen am Ziehgriff und zerrte ihn in die Werkstatt. Ridor sah den Haufen an. „Hast du den Bordcomputer mit Prozessor?“ fragte er dann.

„Ja.“ antwortete Keif. „Gut. Ich kann dir Plus ein paar Extrateile meiner Sammlung einen kleinen Zwei-Mann-Jäger draus bauen. Wenn du mir nur irgendwann so einen Glubut-Raumjäger bringen kannst. Ich finde eure Technik echt hochinteressant.“ „Natürlich. Bau nur.“

Doch da es schon stockdunkel war, führte sie Ridor nun in die „Baumbude“ und zeigte ihnen ein gemeinsames Zimmer. Es war das mit der Beule im Dach. Doch trotzdem schliefen sie beide schnell ein.


Als sie am nächsten Tag aufwachten, stieß sich Keif sofort den Kopf an der eingedellten Stelle des Hausdaches. Er fluchte und rieb sich wütend den Kopf. Durch den dumpfen Knall wachte auch Shavla auf.

„Guten morgen.“ begrüßte sie ihn. Er erwiderte nichts sondern nahm sich seinen Blaster und sein Jetpack. Danach stieg er die Treppe herunter um zu sehen, wie weit Ridor mit ihrem Raumschiff war.

Unten angekommen, wurde er mit einem Tablett Frühstück begrüßt. Es stand auf dem Tisch, und davor lag eine Notiz. Keif griff danach und fing an zu lesen: „Hallo, ich bin noch los, um neue Teile zu suchen. Iss nicht alles alleine auf. Dein Ridor“ Keif tat die Notiz wieder auf den Tisch und fing an zu essen. Kurz danach kam auch Shavla hinzu, und nach kurzer Zeit war ihr Frühstück beendet. Sie gingen beide nach draußen, um ein wenig frische Luft zu schnappen und um nach ihrem Schiff zu sehen. Doch die Werkstatt war verschlossen. Also liefen sie ein wenig im nahen Waldgebiet herum, und gegen Nachmittag trotteten sie zurück, aber Ridor war noch nicht zurückgekehrt.

Als es dann Abend war, sah man ihn endlich kommen. Er zog einen schweren Wagen hinter sich her, der voller Schrott und Altmetall war. Keif und Shavla erwarteten ihn schon ungeduldig. Langsam holte der alte Clures einen Schlüssel aus seiner Tasche, schlurfte zum Schuppen und schloss auf. Nun hatten sie endlich eine Sicht auf ihr Schiff. Das mittelgroße Raumschiff stand auf einer Werkbank, größtenteils war es aber noch ein Gerüst. Nur an manchen Stellen waren schon Panzerplatten angebracht. Ridor stellte die schwere Schubkarre ab, während Keif und die Kaßas sich setzten. Sie sahen noch zu, wie er den Motor einsetzte, den ersten Sitz anbrachte und einen Monitor festschraubte. Doch es wurde ihnen langweilig und sie gingen ein kleines Stück hinaus in den Wald.

„Shavla,“ sagte Keif, „wir müssen endlich hier weg. Unsere Aufgabe ist es doch, die Reykrann zu überfallen und zu töten! Aber stattdessen sitzen wir hier mit einem Clures und warten, dass er uns ein Transportmittel zusammen hämmert. Ich schlage vor, dass wir unsere Ausrüstung nehmen und loslaufen.“ „Und was machen wir dann?“ erwiderte sie, „Willst du dann zu Fuß den Wald durchqueren und von irgendwas erwischt werden? Außerdem bräuchten wir bestimmt so lange, dass er schon längst fertig mit dem Schiff ist, während wir noch im Wald laufen. Vergiss es, Keif.“ Das Glubut gab sich geschlagen. Sie kehrten zur „Baumbude“ zurück und legten sich schlafen. Bald kam dann der nächste Tag.

Der Sumpf
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„Super.“ sagte Tadakk sarkastisch. Er packte einen Tragfuß, zerrte ein wenig daran, nur um danach mit dem Gesicht im Schlamm zu landen. Wütend stand er auf und wischte sich den Dreck aus dem Gesicht. Ärgerlich stand er da. Vilae trat vorsichtig auf ded Matschboden, stufte ihn für sicher ein und ging zu Tadakk. Mirrks und Zarast konnten ihnen folgen, doch das Wonzius blieb bei der Eingangsluke stehen. „Ich bin zu schwer.“ sagte er traurig, „Ich werde versinken. Geht ihr mal los, ich bleibe hier und wache über das Schiff.“ So gingen sie los. Der Boden wurde immer härter, und bald sogar richtig fest. Scheinbar war der Planet nur zu Teilen versumpft. Sie kamen nun an einen Wald, wo fast nur tote Bäume standen. Vilae lief den anderen voraus. Doch sie war scheinbar zu schnell, denn nach kurzer Zeit fiel ihr auf, dass die anderen ihr nicht folgten. Also machte sie wieder kehrt. Doch die anderen waren verschwunden! Panisch suchte sie nun nach ihnen, doch keine Spur! Nach einer Weile hatte sie das Suchen aufgegeben. Nicht einmal das Raumschiff konnte sie finden. Also stapfte Vilae unglücklich und müde durch den Wald, um sich ein Lager einzurichten. Sie besorgte Blätter als Dach und Lianen, um kleine Baumstämme, die sie ebenfalls nahm, zu verbinden. Daraus wurde später ein Gerüst, auf das man sich legen konnte. Es war über dem Boden, damit nachts keine Käfer oder anderes Ungeziefer sie befielen. Dann legte sie sich auf das ungemütliche Bett und schlief ein.

Am nächsten Tag, als die Sonne langsam Aufging und ihr Licht schwach durch die Blätter des Sumpfes Drang, erwachte Vilae. Ich Rücken schmerzte stark, da sie auf den Baumstämmen gelegen hatte und dies nicht sehr gemütlich war. Dennoch stand sie auf, und nahm ihren Rucksack. Sie musste sich wieder auf die Suche nach den anderen und dem Raumschiff machen. Den Blaster in der Hand haltend, machte sie sich auf den Weg.


Die Tür des Zimmers krachte ein. Ruckartig erwachte Keif, stieß sich wieder den Kopf an der Decke und sank benommen wieder ins Bett. In der Tür stand allerdings nur Ridor, mit einem Tablett in der Hand und mit großen Augen auf die Tür starrend. „Tut mir leid... ich wollte klopfen, aber die Tür...“ „Schon gut.“ sagte Keif, sich gleichzeitig den schmerzenden Kopf reibend. Shavla war auch wach. Allerdings hatte sie die Zeit genutzt, um sich anzuziehen und die Rüstung anzulegen. Mit dem Energieschwert in der Hand stand sie da. „Ich bin immer noch nicht fertig.“ sagte Ridor, „Aber ich hörte, dass sich hier in der Nähe eine Stadt befinden soll, in denen Kraff wohnen. Ihr könnt jederzeit aufbrechen, den Weg habe ich bei meiner letzten Reise mit Gegenständen markiert. Außerdem findet man überall Skelette, wahrscheinlich von toten Kraff.“ Mit diesen Worten verschwand er und ließ das Tablett auf Keifs Nachttisch stehen.


Noch am Vormittag brachen Keif und Shavla auf. Das Glubut hatte seine alte Soldatenrüstung angelegt, sodass er über Jetpack, Tarnhelm, Energiekrallen und anderes Verfügte. Sie verabschiedeten sich von dem Clures, der ihnen versicherte, mit dem reparierten Schiff vor Ort zu sein, wenn sie zurückkehrten. Der Weg war einfach zu finden. Ridor hatte großzügig überall Schrottteile verstreut. Dazu kamen die abgenagten Knochen, die am Rand des Weges lagen. Nach drei Stunden des Laufens kamen sie endlich aus dem Wald heraus.

Die Landschaft sah toll aus: Die sonne beleuchtete einen See, ein dampfender, aber sonst inaktiver Vulkan säumte den Weg, und hier und da konnte man kleine Tiere sehen. Am Rand des Vulkanes stand eine epische Kreatur, die sie allerdings nicht zu beachten schien. Ein dreckiger Pfad war auf dem Boden, und die beiden Reisenden folgten ihm.

Die Reise war fast ununterbrochen. Nur einmal kam es zum Kampf, als wilde Kreaturen, die keiner der beiden kannte, sich bedroht fühlten. Sie lauerten auf dem Weg, aber dank Keif´s Geschick mit den Krallen waren sie schnell besiegt. Endlich, nach weiteren Stunden des Fußmarsches, erreichten sie einen großen Torbogen. Um ihn herum, wie eine Arena, war der Boden erhöht. Bäume standen als Schutz, und hin und wieder sah man Teile eines Walls. Am Bogen angekommen versperrten zwei Pirrker den Weg.

„Seid ihr Reykrann?“ fragte der eine misstrauisch. „Nein. Ich bin ein Glubut, und dies ist eine Kaßas.“ antwortete Keif. „Warum bitte fragt ihr uns beide, ob wir Reykrann sind? Wisst ihr nicht, wie welche Aussehen?“ „Das geht dich und mich nichts an. Wir haben nur den Befehl, zu fragen und Fremde keinen Einlass zu gewähren. Geht, wenn ihr euch nicht ausweisen könnt.“ Zum Glück konnten sie sich Ausweisen. Als sie von der Welt der Kraff losgeschickt worden waren, hatte man ihnen als Absicherung einen Ausweis gegeben, der von dem Admiral unterschrieben war und auf jeder Welt der Kraff gültig ist. Also ließen die Pirrker-Wachen sie widerwillig in die Stadt.

Auch dies war wieder ein erstaunlicher Anblick. Da die Sonne schon tiefer Stand, warfen die Häuser große Schatten auf den Platz. Obwohl es schon spät war, liefen hier immer noch viele Kraff herum. Keif konnte weiter hinten in der Stadt das Rathaus sehen, und ging mit sicheren Schritten darauf zu. Shavla folgte ihm. Dort stand ein Kraff, dessen Aussehen schon ein wenig verwirrend war: Er war größer, trug einen Hut und hielt einen antiken Stab in der Hand. Das Glubut sprach ihn an:

"Bist du der Bürgermeister?" "Ja" antwortete der Kraff. "Ich bin Keif, dies ist Shavla. Wir sind von eurem Reich hierher gesandt worden, um die Reykrann anzugreifen. Hier sind die Ausweise."

Keif gab dem Kraff seine Datenkarten. Dieser las sie kurz, und bedeutete ihnen dann, ihm zu folgen. Er schloss die Tür auf und sie gingen hinein.


Blasterfeuer, und das Dach stürzte ein. Kurz darauf barsten die Balken des improvisorischen Bettes, und es regnete Holzteile.
Vilae wurde unter den Trümmern begraben. Kurz blieb sie benommen liegen. Dann begann sie, die Teile weg zu stemmen. Sie wischte sich den Holzstaub von der Rüstung, und sah sich um.
Der ganze Planet brannte. Überall Feuer, kaum noch lebende Pflanzen. Explosionen. Und Kritaky-Raumschiffe. Alte Ängste kamen in Vilae auf. Und dann kam Hass.
Sie kramte in den Trümmern nach ihrem Raketenwerfer, der an einer Energiekralle befestigt war, fand ihn und rannte los. Die Raketen trafen die Raumschiffe, sodass überall Feuer am Himmel entflammte. Dann flog sie nach erstem mal nach langer Zeit wieder. Sie riss mit purer Gewalt ein Loch in den Rumpf eines der Hauptschiffe. Dann feuerte sie um sich, und rannte immer weiter...


Mirrks, Tadakk und Zarast waren ebenfalls in die Schlacht verwickelt. Sie waren nach der gescheiterten Suche nach Vilae zu einem Strand gekommen, der allerdings, wie der gesamte Planet, aus Matsch und Schlamm bestand.